Kritik - Romantikabend

   
 


 

 

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Romantikabend Hans Walter Klein und Katrin Klein in Schloss Oberstein
Idar-Oberstein. Einen unterhaltsamen und prall gefüllten Romantikabend präsentierten der in Oberstein geborene Schauspieler und Rezitator Hans Walter Klein und die junge Pianistin Katrin Klein. Im dazu passenden Ambiente des mit Kerzenlicht erleuchteten und bis zum letzten Platz gefüllten Kultursaal des Obersteiner Schlosses wurde der Besucher mitgenommen auf eine ebenso bewegende wie abwechslungsreiche Reise durch die Literatur und Musik dieser Epoche, die vor allem das deutsche Geistesleben bis heute in vielfacher Weise prägt.
Den Einstieg in den Abend bildete „Das Duett ohne Worte“ von Felix Mendelssohn, ein treffendes Motto auch für das Zusammenwirken von Rezitator und der klug und gefühlvoll begleitenden Pianistin an diesem Abend, die auf ebenso brillante wie zurückhaltende Weise die erlesenen Kostproben romantischer Dichtung untermalte, vertiefte und musikalisch kommentierte. Hans Walter Klein begann mit Joseph von Eichendorffs „Ich suche die Blaue Blume“, also dem Dichter und dem Symbol der Romantik schlechthin. Dies wurde auch optisch durch die „Bühnendekoration“ unterstrichen: drei Bilder von Ursula Schmidt-Hensolt, die die blaue Blume in unterschiedlichen Variationen darstellten.
Ein Auszug aus der Novelle „Sirene“ führte die Zuhörer genau an den Ort, an dem sie sich gerade befanden: Schloss Oberstein, das Ludwig Starklof mit allen typischen Attributen der romantischen Verklärung mittelalterlicher Gemäuer beschrieben hat.
Weiter ging die Reise mit vielen meist bekannten Werken von Johann Wolfgang von Goethe, Eduard Mörike, Friedrich Rückert, Heinrich Heine, Novalis, Wilhelm Müller, Ludwig Uhland und – als einsame weibliche Protagonistin – Caroline von Günderode. Den passenden „Soundtrack“ dazu lieferten ihre Zeitgenossen Robert Schumann, Johannes Brahms und Franz Schubert.
Natürlich fehlten nicht die typischen Komponenten des Zeitalters, von der silbernen Mondnacht über die edle, reine und natürliche unerfüllte Liebe bis hin zur tief im damaligen Zeitgeist verwurzelten Todessehnsucht. Aber Klein deutete auch schon oft gehörte und gelesene Texte nicht nur mit Temperament und Feingefühl aus, sondern arbeitete auch ungewohnte Facetten heraus, wenn er etwa Uhlands „ Der gute Kamerad“ als dramatische Schlachtszene vortrug oder Eichendorffs „Frische Fahrt“ im düsteren Ungewissen enden ließ. Am Ende stürmischer Applaus für Rezitator und Pianistin. Für alle, die den eindrucksvollen Abend verpasst haben, hat der ausrichtende Burgenverein eine Wiederholung für den November 2011 geplant.

 
 

 

 
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